Management

Deine Lakaien

Synopsis
»Suche experimentierfreudigen Sänger« - Hätte es 1984 diese Anzeige nicht gegeben, hätten sich Ernst Horn und Alexander Veljanov vermutlich nicht getroffen. Und hätte das entscheidende Adjektiv für ihre Musik keinen Bestand gehabt, hätten sie sich längst getrennt. DEINE LAKAIEN haben in drei Dekaden Bandgeschichte zehn Studioalben veröffentlicht und dabei das Kunststück vollbracht, Musik allein um der Musik willen zu machen. DEINE LAKAIEN mögen von der einen oder anderen Szene vereinnahmt worden sein, aber im Kern waren sie immer eins: eigen und furchtlos experimentierfreudig.
Text
»Wir haben den Namen bewusst gewählt. Die Neue Deutsche Welle hatte vieles zu Tode geritten und wir wollten ausdrücken, dass wir auch aus Deutschland kamen und von Wave, Punk und Avantgarde beeinflusst waren, aber mit dem Mainstream nichts zu tun haben wollten. Überdies sollte der ironische Beiklang des Namens auf eine durchaus vorhandene humorvolle Facette in unserer Arbeit deuten« Wenn man sich mit den Musikern über die folgenden Jahre der Bandkarriere unterhält, in denen von Klinkenputzen während einer fünfjährigen Durststrecke mit dem selbstveröffentlichtem Erstling, einer Beinahe-Trennung, dem quasi versehentlichen Start als erste Unplugged-Elektroband, über Charterfolge mit sechsstelligen Verkaufszahlen, bis hin zu ausverkauften Tourneen alles dabei ist, fällt auf, dass sich am Ende doch alles um die Kunst dreht - das Band, welches den bereits berufserfahrenen, studierten Musiker Horn und den Studienanfänger und Ausnahmebariton Veljanov von Anfang an verbunden hat. »Scharlatanerie ist nicht unser Ding – wenn etwas nichts taugt, macht es uns keinen Spaß. Die Zäsuren zwischen den Alben und die vielen Releases mit anderen Projekten haben unsere ehrliche Einschätzung noch verstärkt. In dem Moment, in dem wir uns selbst nicht mehr überraschen können, ist Schluss.«

Dieser Moment ist glücklicherweise nie gekommen. Die vielen Höhepunkte, Einladung der Dokumenta Kassel, der Nationalgalerie Berlin, des Goethe Instituts Peking, viele weitere internationale Engagements und eine aufwändige Orchestertournee 2007 zogen zwar immer wieder ein Innehalten nach sich, dem jedoch in schönster Regelmäßigkeit der für Fans, aber auch für die Musiker selbst, überraschende und kreative Neustart folgte. Ganz offensichtlich sind die Unterbrechungen, in denen sich die Protagonisten ihren Soloprojekten widmen, förderlich für ihre nie ermüdende Neugierde und Freude an DEINE LAKAIEN. Und auch die Freunde der Lakaienklänge schätzen überaus die Soloalben Alexander Veljanovs, die in Zusammenarbeit mit dem renommierten Produzenten David Young und dem Mazedonischen Film und Theaterkomponisten Goran Trajkoski entstanden, seine Vertonungen der Gedichte von Edgar Allen Poe und anderen, sowie die Arbeiten von Ernst Horn für Helium Vola und Qntal.

Wer die Besonderheit dieser schon lange nicht mehr einer einzigen Szene zuzuordnenden Fanbase erleben will, sollte einen der legendären »Acoustic« Auftritte von DEINE LAKAIEN besuchen. Während der Songs, nur mit Flügelbegleitung dargeboten, herrscht die Stille einer Klassikdarbietung, danach entlädt sich der Applaus wie bei einer Popshow.

Auch zum anstehenden Jubiläum »DEINE LAKAIEN The 30 Years Retrospective« mit aufwändigen Konzerten in Sälen, wie der Berliner Philharmonie oder dem Gewandhaus Leipzig, mit liebevoll gestalteten Compilations, die viel unveröffentlichtes Live und Studiomaterial beinhalten, werden DEINE LAKAIEN ihre Sonderstellung als unabhängige Kunstschaffende, die sie Veljanovs grandioser, unverwechselbarer Stimme und Ernst Horns souveränem Handwerk verdanken, aufs Neue manifestieren.

Lassen wir dazu noch einmal die beiden zu Wort kommen: »Wir produzieren unsere Musik ja bis zum fertigen Master selbst. Die Sounds sind über viele Jahre selbstgemacht, das Studio ist mitgewachsen und zu einem Instrument geworden. Diese autonome Arbeitsweise hat eine starke Kontinuität und eine gewisse Eigenständigkeit zur Folge, wir haben ja auch kaum Nachahmer.

Unser Streben galt immer einem selbstbestimmten Leben als Musiker. Wir können von unserer Musik leben und sind unabhängig von Marktstrategen, Erfolgsproduzenten und medialen Peinlichkeiten. Natürlich möchte man als Musiker auch Geld verdienen, aber es gibt ein nicht zu unterschätzendes Verlangen, das wirklich jeder Künstler in sich trägt: der Wunsch nach Anerkennung. Von Leuten, die Musik mehr lieben als das Drumherum – die Skandale, die unsäglichen Popdiskurse unter Hipstern und die Voyeurismen. Anerkennung von Menschen, die Schubert genauso mögen wie Radiohead und Anerkennung von den Musikerkollegen. Die freut einen sehr. Wir sind nun mal keine leicht konsumierbare Unterhaltungsband, wir sind Grenzgänger.«
Info

​RECORD COMPANY: Chrom Records
TOURING: KKT
GENERAL REQUESTS: Christoph von Gablenz